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gewöhnlich gut im Verdrängen

Ja, das bin ich-gewöhnlich.

Ich habe eine Klassenkameradin, mit der ich mich immer besser verstehe und die in etwa die selben Vorstellungen vom Leben hat wie ich-wenn auch etwas unausgereifter, wenn ich das so sagen darf.

Sie will wie ich nach der Schule ein Jahr nach Australien. Ich habe sie darauf angesprochen wie sie sich das denn vorstelle, wenn die Beziehung mit Flo, die momentan immer ernster zu werden scheint, (ja, er heßt zufällig auch Flo) bis dahin anhält. Ob sie sich denn darüber bisher noch keine Gedanken gemacht habe?
Nein, hat sie nicht. Es ist noch ein ganzes Jahr hin, hat sie gesagt; daraufhin ich: Ein Jahr ist auch schnell vorbei.
Ja, aber diese Zeit kann man doch trotz allem geniessen.
Und damit war dieses Thema beendet.
Für sie.
Aber ich bin für gewöhnlich nicht allzu gut im Verdrängen. Nicht wenn es um solch gravierende Dinge geht.
Gut, die Entscheidung ist gefallen. Ich werde gehn.
Aber ich kann mich doch trotzdem damit beschäftigen. Auch wenn es den Stand der Dinge nicht unbedingt verbessert.

Ich sehe uns beide schon vor meinem geistigen Auge wieder vereint. Wir sitzen gemeinsam auf einer Parkbank oder in einem Restaurant, wo auch immer. Es ist der erste Abend seit einem Jahr, den wir gemeinsam verbringen. Ich bin so aufgeregt, dass ich zittere. Ich hoffe, dass er es nicht bemerkt. Meine Stimme klingt nämlich wie immer. Nicht zitterig-sondern ganz lässig, fast gleichgültig. Aber mein Herz pocht heftig und ich frage mich wie es wohl wäre ihn jetzt zu küssen. Nach einem Jahr Entzug seine Lippen wieder auf den meinen spüren. Es fällt mir schwer mich darauf zu konzentrieren was er mir erzählt. Wo ich doch aber am liebsten alles wissen will, was in der Zeit meiner Abwesenheit geschehen ist in meiner Heimat. Ob er glücklich war. Ob er gut ohne mich ausgekommen ist. Und ein und die selbe Frage schwirrt mir wieder und wieder durch den Kopf. Aber ich zögere noch sie ihm zu stellen. Irgendwie sind wir uns doch fremd geworden über diese lange Zeit. Es ist komisch einen Menschen so sehr zu lieben und sich ihm doch so distanziert zu fühlen. Wäre es jetzt unangebracht ihn nach seinen Bettgeschichten zu fragen? Wäre es unangemeßen ihn zu fragen mit welchen Mädchen er das geteilt hat, was er noch vor einem Jahr allein mit mir geteilt hat?
Würde ich die Antwort überhaupt wissen wollen? Könnte ich ihm dann noch in die Augen sehen mit diesen Bildern in meinem Kopf? Ich lasse es lieber sein. Noch sind wir uns zu fremd, um schon Fragen solcher Tragweite in den Raum zu stellen. Ich lächle ihn an-freundlich, auf diese Art und Weise, wie man es tut, wenn man einen Fremden trifft, dessen Sympathie man gewinnen will. Auch wenn mir momentan nur danach ist seine Wärme zu spüren, seinen Duft einzuatmen, nach dem ich mich seit einem Jahr sehne, ihn in den Arm zu nehmen-wie früher. Aber vielleicht wartet ja Laura schon zu Hause darauf, dass er sie in den Arm nimmt. Vielleicht ist da gar kein Platz mehr für mich in seinen Armen?

13.6.09 01:55
 


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